Széchenyi Terv Plusz, Ungarische Regierung, kofinanziert von der Europäischen Union Mitglied der NAVIGATOR Gruppe

eRDM
Bahndiagnose­system

Dynamische Radlastmessung bei Betriebsgeschwindigkeit: für sicheren Bahnverkehr, gegen Entgleisungen

ProdukteRDM
Genauigkeitbis 160 km/h (2 %)
Installiertan 34 Standorten
StatusAmtlich geprüft und geeicht

>> eRDM

Sensornetz auf der freien Strecke

Das von Navipro installierte (von evopro Innovation entwickelte) eRDM ist ein ins Gleis eingebautes digitales Sensornetz, das von jedem einzelnen Rad der mit Betriebsgeschwindigkeit durchfahrenden Züge ein hochauflösendes Lastsignal erfasst. Gemessen wird mit Dehnungsmessstreifen-Sensoren mit jeweils eigenem digitalem Signalprozessor, sodass die Messstelle gegen Gleisschwingungen und elektromagnetisches Rauschen unempfindlich ist.

  1. 01

    Echtzeit-Erkennung von Risiken

    Vermeidung von Schäden und Entgleisungen: Das System erkennt in Echtzeit überlastete und asymmetrisch beladene Wagen, Achsbrüche, Fehler der Drehgestellfederung und Radschäden und alarmiert die Verkehrssteuerung, bevor das fehlerhafte Fahrzeug Schaden anrichtet.

  2. 02

    Drei Verwendungszwecke zugleich

    Der Bediener kann mehrere voneinander unabhängige Schwellenwerte einstellen, sodass dieselbe Messung der Überwachung der Verkehrssicherheit, der vorausschauenden Wartung und der Abrechnung nach tatsächlicher Last dient.

  3. 03

    Brückenwaage-Ersatz
    (ohne Anhalten)

    Aus der dynamischen Radlastmessung lässt sich auch die statische Wagenmasse genau bestimmen; das eRDM ist somit eine kostengünstige Alternative zur Brückenwaage, und der Zug muss nicht angehalten werden.

>> Schwerpunkte

Vier Entgleisungs­risiken

Erkennung asymmetrischer Beladung

Asymmetrischer Belastungszustand

Ungleiche Beladung links-rechts, vorn-hinten oder innerhalb des Drehgestells bzw. verrutschte Ladung - schon die Überlastung allein bedeutet Entgleisungsgefahr und schädigt zudem Gleis und Fahrzeug.

Erkennung ungleicher Radlast

Ungleiche Radlastverteilung

Ein extremer Lastunterschied an einer Achse kann auf Achsbruch hindeuten. Ein Zug mit Achsbruch zählt zu den gefährlichsten Zuständen im Bahnverkehr; das Erkennen ist daher zentral.

Ungleichmäßige Drehgestellbelastung

Ungleichmäßige Drehgestellbelastung

Ermüdete Drehgestellfedern verursachen ungleiche Lastverteilung und damit Entgleisungsrisiko. Durch laufende Fahrzeugüberwachung wird der Fehler weit vor der Alarmstufe sichtbar.

Erkennung von Radschäden

Radschäden

Ein ovales, exzentrisches, abgeflachtes oder eckig abgenutztes Rad bedeutet periodische Zusatzlast für das Gleis und das Fahrwerk. Das System erfasst von jedem Rad eine hochauflösende Signalform und analysiert daraus die Radgeometrie.

>> Systemaufbau

Von Messstelle zu Leitstelle

Messstrecke

Die Messstrecke besteht aus zwölf Paar Lastmessmodulen und zwei Paar Zugerkennungs-Auslösemodulen, am Schienensteg montiert und mit Digitalkabel verbunden. Eine Strecke ist 34,2 Meter lang; das System lässt sich ohne eigenen Unterbau auf dem vorhandenen Oberbau installieren. Gemessen wird in beiden Richtungen.

Datenerfassung vor Ort

Die Signale der Messmodule laufen in einer Datenerfassungs- und Kommunikationseinheit am Gleis zusammen, die mit akkugepufferter USV und Mobilfunk arbeitet. Dank geringem Verbrauch kann sie auch aus dem Netz der Sicherungsanlage gespeist werden. Die Wartung erfolgt vor Ort über Ethernet oder WLAN.

Zentrale Diagnose

Die Daten mehrerer Messstellen laufen auf einem redundanten Diagnoseserver zusammen, der die Daten speichert, verarbeitet und analysiert und Alarme an die Arbeitsplätze der Verkehrssteuerung sendet. Die Weboberfläche des Systems lässt sich auch ins IT-System des Netzbetreibers integrieren.

Selbstkalibrierung

Das System führt regelmäßig Selbstprüfungen und -tests durch: Es gleicht Messergebnisse mit den in einer Datenbank gespeicherten technischen Daten der Fahrzeuge ab, sodass die Genauigkeit der Messstelle ohne Eingriff nachvollziehbar bleibt. (Zur Eichung eignen sich präzise gewogene Wagen.)

>> Technische Daten

Messparameter

Achslast
10-400 kN (etwa 1-40 t)
Genauigkeit (je Wagen)
±2 % (mit TÜV-Zertifikat)
Geschwindigkeitsbereich
5-160 km/h
Geschwindigkeitsgenauigkeit
1%
Länge der Messstrecke
34,2 m (bei 600 mm Schwellenabstand)
Schienentyp (UIC)
48, 49, 54, 60
Raddurchmesser
350-1250 mm
Kleinster Achsabstand
700 mm
Betriebstemperatur
-25 °C / +60 °C
Schutzart
IP67
Stromversorgung
230 (190-250) V, 50/75 Hz
Leistungsaufnahme
max. 150 VA beim Messen
Bei Stromausfall
20 Minuten Laufzeit (12-Ah-Akku)
Lebensdauer, MTBF
min. 10 Jahre, 10.000 Std.
EN 15654-1:2018

Das System entspricht der europäischen Norm, die die Messung vertikaler Kräfte auf Räder und Radsätze regelt. Die Verkehrssteuerung behandelt die Alarme der Messstellen gemäß dem Verfahren des Netzbetreibers.

>> Vorteile

3 Argumente für eRDM

Das System erfasst und meldet die Lastverteilung des durchfahrenden Zuges und erkennt unfallgefährliche Fahrzeuge automatisch. Frühe Diagnose beschädigter Räder und Drehgestelle verhindert Entgleisungen und schwere technische Unfälle. Laut EU-geförderter D-RAIL-Forschung verhindert dynamische Radlastmessung mindestens 20 % der Entgleisungen.

>> Preise und Anerkennung

Preisgekrönte
Ingenieurarbeit

  • Ungarischer Produktgroßpreis (2014)
  • XXIV. Ungarischer Innovationsgroßpreis (2015)
  • Sonderpreis des Ungarischen Elektrotechnischen Vereins